Welche Strukturen braucht ein gutes Miteinander in Zukunft?
Impulse aus dem Werkraum 2026
Die folgenden sechs Impulse haben 800 Teilnehmende des Werkraum Zukunft 2026 im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Förderinstitutionen entwickelt. Sie haben am Ende der Veranstaltung bestimmt, welchen Impuls sie für besonders wichtig halten. Beim nächsten Werkraum Zukunft sollen diese Impulse weiter besprochen und vertieft werden.
richtet sich an Förderer und Politik
Längerfristige Förderung von Netzwerken und regionalen Vorhaben sollen neben die kurzfristige Förderung einzelner Projekte gestellt werden.
Regionale Entwicklung braucht regionale Instrumente und mehr Vertrauen in die Fähigkeiten vor Ort, denn viele Zukunftsfragen lassen sich nur vor Ort beantworten. Für längerfristige Veränderungsprozesse ist die Zusammenarbeit vieler Akteure in starken Netzwerken zentral. Dafür braucht es Förderung, die nicht nur einzelne Projekte unterstützt, sondern regionale Entwicklungsprozesse stärkt und die Netzwerkarbeit von Akteuren fördern kann.
Dieser Impuls war den Teilnehmenden des Werkraum Zukunft 2026 besonders wichtig.
richtet sich an Politik und Förderer
Vertrauen schafft Verbindlichkeit. Viele Engagierte wünschen sich mehr Anerkennung für ihre ehrenamtlich geleistete Arbeit und gleichzeitig weniger Aufwand mit der Administration. Beides kann erreicht werden, indem Förderung mehr auf Vertrauen und weniger auf Kontrolle basiert – oder Förderung sich zumindest besser erklärt. Auch in Bereichen wie der Kulturförderung soll ehrenamtliche Projektarbeit als Eigenanteil anerkannt werden.
richtet sich an Förderer
Es braucht mehr Föderkooperationen öffentlicher und privater Förderer, um besser unterschiedliche Förderbedarfe abzudecken und abgestimmter und längerfristiger fördern zu können.
Beispiele zeigen, dass solche Förderkooperationen öffentlicher und privater Unterstützer das Beste aus beiden Welten zusammenbringen können: einerseits die Möglichkeit, langfristig und flexibel zu handeln, andererseits den Hintergrund, langjähriger Förderbeziehungen und die Nähe zu Kommunen und Institutionen. Angesichts weniger werdender Mittel sollte dieses Potential mehr ausgeschöpft werden.
richtet sich an Kommunen und Engagierte
Kooperationen sind keine technischen Antragsvorgänge, sondern eine persönliche Auseinandersetzung mit Inhalten und miteinander. Gerade in ländlichen Räumen ist eine gute Beziehungsarbeit zwischen Engagierten, Kommunen, Initiativen und Vereinen oft der entscheidende Faktor für nachhaltige Wirkung. Für diese Beziehungsarbeit sollten Kommunen gemeinsam mit Engagierten Formate entwickeln und in ihrer Zusammenarbeit fest verankern.
richtet sich an die Politik
Die Bereitstellung von Mitteln ist notwendig, damit solidarische Finanzierungsmodelle Verbreitung finden.
An vielen Orten gibt es Menschen mit Ideen und der Bereitschaft zu Engagement für ein besseres Miteinander. Doch die nötige Finanzierung durch öffentliche und private Förderer wird weniger. Neue Wege der solidarischen Finanzierung – Bürgerstiftungen, Genossenschaften, Fördervereine – werden stattdessen interessanter. Doch sie sind noch zu unbekannt und in der Handhabung für kleine Strukturen oder ehrenamtliche Akteure zu komplex. Hier braucht es Förderung, um Vielen diese neuen Finanzierungsperspektiven aufzuzeigen.
richtet sich an Förderer
Förderung und Engagement verfolgen im Kern dasselbe Ziel: Mit den eingesetzten Mitteln soll etwas bewirkt werden. In der Praxis müssen Engagierte jedoch häufig formale und rechnerische Nachweise erbringen, die zusätzliche Kompetenzen, etwa in Buchhaltung, Vergaberecht und Administration erfordern – und wenig mit ihrer eigentlichen Arbeit zu tun haben.
Wenn Wirkung als Verwendungsnachweis anerkannt wird, rücken die Ziele beider Seiten zusammen. Wirkungsmessung bedeutet nicht unbedingt weniger Arbeit, schafft aber einen unmittelbaren Mehrwert: Sie hilft Engagierten, das eigene Tun besser einzuordnen, Entwicklungen sichtbar zu machen und aus Erfahrungen zu lernen – und liefert zugleich Argumente für eine wirkungsvolle Förderung. Nicht nur nachweisen, was eingesetzt wurde, sondern auch, was damit bewirkt wurde.




